Morgens sind wir zur Pagode meiner Omi (väterlicherseits) gefahren.
Es war eine wunderschöne und friedliche Pagode. Innen gab es viele Urnen von den Verstorbenen, aber nur wenige durften ein Bild dazu aufstellen. Meist sieht man nur ein ganz kleines Bild des Toten und den Namen auf der Urne.
Bei meiner Oma stand aber ein Bild im Rahmen in einer Ecke der Pagode. Überall gab es Kerzen und jede Menge Räucherstäbchen, die man schon von draußen riechen konnte.
Mein kleiner Cousin ist auch mitgekommen und hat sich anscheinend total wohl gefühlt. Er hat den ganzen Morgen nur davon geredet zur Pagode zu gehen und zu mir meinte er : “Lass uns Omi besuchen gehen.” >///< Als wir da waren ist er sofort losgerannt x3 Anscheinend kannte er den Weg schon in- und auswendig …dabei ist er grad mal 2 Jahre alt
Ein Mönch dort hat ihm dann eine Longan-Frucht und eine Litschie geschenkt, die er dann sofort essen wollte xD Es war irgendwie ein schönes Bild einen kleinen Jungen zu sehen der in der Pagode rumläuft und sich so wohlfühlt. Es war, als ob die Geister der Verstorbenen auf ihn aufpassen würden und ihm beim Spielen zusahen
Es ist irgendwie komisch , aber in Vietnam würde man viel eher an Geister und ähnliches denken als in Deutschland. Der Aberglaube sitzt hier noch ziemlich tief im Denken der Menschen
Aber eigentlich finde ich dass es auch gut so ist. Auch wenn manches vll irrsinnig ist, so gibt es manches das wiederum total interessant ist.
In der Pagode werden die Mönche auf vietnamesisch übrigens alle Meister genannt. Für die jüngeren bis ganz jungen gibt es einen anderen Namen.
Einer dieser Meister kennt unsere Familie und sorgt sich ab und zu um die Urne meinr Oma. Seine Mutter ist nämlich einige Tage kurz vor dem Tod meiner Oma auch gestorben und er hatte bei der Zeremonie / Totenfeier meiner Omi gebetet und geweint. Menschen die sich ähnlich sind verstehen sich auch besser. Er ist auf jedenfall sehr nett und nebenbei auch noch sehr gebildet. Letztes Jahr hatte er seinen Abschluss an der Uni gemacht.
Die Pagode ist mittlerweile in unserer Familie etwas besonderes geworden. Ich war echt überrascht als wir den Turm hochgestiegen sind und in jeder Etage einen Verwandten hatten, darunter meine Urgroßtante, Urgroßmütter, Urgroßvater, und am meisten erstaunt war ich als mein Vater mir die Urnen meiner Urur(!)großmütter/-tanten und -großvater zeigte. Ich habe nie gedacht, dass wir noch so viel vom Familienstammbaum hier hätten.
Bevor wir gingen unterhielt sich mein Vater noch mit dem Meister, mein kleiner Cousin spielte an einem kleinen Teich und meine Tante Co Ba (nr.3) und ich gingen zur Statue von Quan (The) Am Bo Tat um alles Gute für unsere Familie und die Zukunft zu beten und zu wünschen.
Besonders ihr Platz hat mir besonders gefallen. auch wenn es nur eine Statue war, strahlte sie Barmherzigkeit und Wärme aus.
….
Mittags ging es dann in die Stadtmitte zum Cho (Markt) Benh Thanh :
Wenn man in Saigon Obst sucht, dann findet man am “Benh Thanh Market” einfach ALLES. Alles Obst das man sucht findet man hier. Aber dementsprechend auch mit seinem Preis.
Gerade als Ausländer sollte man hier aufpassen. Die Händler sind dort so professionell, dass sie einen Ausländer sofort erkennen und den Preis unglaublich hoch pushen. Das ist mir übrigens schon mehrmals passiert, obwohl ich äußerlich durch und durch vietnamesisch bin
Dort werden übrigens meist außen Obst verkauft, innen im Benh Thanh Market (das übrigens 4 Eingänge Nord, Ost, Süd, West hat) gibt es dann Haufenweise Nahrungsmittel, Eingelegtes, Getrocknetes, Taschen, (Sonnen-)Brillen, Mützen, Schmuck etc.
Egal wo man hinsieht, alles ist voll von Menschen und “Nicht-Vietnamesen” sind hier ganz normal. Du drehst dich um und siehst Chinesen, Japaner, Koreaner, schaust du zurück triffst Australier, Engländer, Inder, Amerikaner und sogar Finnen etc… (man erkennt alle immer nur zu gut an den Sprachen und Akzenten xD ) … nur Deutsche hab ich bis jetzt noch nicht gehört .__.
Jedenfalls bin ich an dem Tag Engländern begegnet die sich Obst gekauft hatten und den Preis nicht richtig mit dem Händler abgesprochen hatten. Die Verkäufer dort können schon gebrochenes Englisch (manches hört sich aber einfach nur lächerlich an xD ) aber es gibt halt manchmal auch einseitige Verständnisprobleme… Da wir grad selbst dort Obst eingekauft hatten und man eig nicht anders konnte als denen (bei der Lautstärke) zuzuhören) hab ich mich dann irgendwann in deren Streitgespräch eingemischt xD (ich konnte nicht anders
man spricht ja nicht alle Tage englisch und erst recht nicht hier in Vietnam) außerdem sah die Verkäuferin schon ziemlich hilflos aus ^__^”
So gesehen hatten sich beide um 10.000 VND (weniger als 50 ct (stand Juli 2009)) verhandelt und gestritten. Naja letztens Endes sind die Engländer dann wütend mit dem Verlust von 10.000 VND weggegangen xD (ich bin unschuldig ! Im Ernst xD ) Ich hab lediglich alles übersetzt *träller*
Jedenfalls ein Beispiel für den Preis-up-push ist als ich mir eine Mütze kaufen wollte, normalerweise lag der Preis bei 150.000 VND für die Allgemeinheit (was aber trotzdem viel zu teuer war). Meine Tante als “echte” in Vietnam lebende Vietnamesin machte das 60.000 VND, weil die den Preis dann nicht so heftig pushen konnten, da das auffällt. Und nach ca. 3 min. feilschen haben wir die Mütze für läppische 40.000 VND bekommen.
$$ Bilanz: MAcht dann 150.000 VND – 40.000 VND = 110.000 VND gespart , umgerechnet : 6 € am anfang und zuletzt nur noch ~1,70 €. Da spart man bei größeren Summen schon eine ganze Menge ô__o $$
Das heißt auch wenn man als nicht-wissender bis auf die hälfte runterfeilscht hat man verloren.mit der Hälfte des “Grundpreises” hätten die Verkäufer trotzdem schon einen prozentuall großen Gewinn gemacht .___.
Also : Aufpassen was das Shoppen und kaufen in Vietnam angeht ! Feilschen geht zu 98% in allen Läden, Ausnahmen sind Supermärkte und Großgeschäfte, obwohl man das auch nicht immer sagen kann. Wir haben’s sogar geschafft im neuen (!) An Dong Plaza zu feilschen !
Der beste RAt dagegen : Schnappt euch einen echten dortlebenden (und schlagfertigen !) Viet und geht dann erst shoppen
LG Cherrymint~
Tags: Cho Benh Thanh, Feilschen in Vietnam, Pagode, Quan Am Bo Tat, Quan The Am Bo Tat, Saigon, Urnen
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